Daß es um Jürgen Elsässer seit einigen Jahren nicht zum Besten bestellt ist, dürfte keine neue Erkenntnis darstellen: selbst vom Neuen Deutschland – wahrlich kein Organ, das sich dem volksgemeinschaftlichen Schicksalskampf verschließt – wurde er vor die Tür gesetzt, nachdem allzu ruchbar wurde, daß seine Volksinitiative von originären NPD-Positionen kaum mehr unterscheidbar ist, mithin die Komplimente verschiedener Nazis wie des NPD-Fraktionsvorsitzenden Holger Apfel oder dessen Kollegen Jürgen Gansel kein Zufall, sondern der verdiente Lohn für Elsässers Bemühen um Aufnahme in die Volksgemeinschaft sind.
Im selben Maße, wie sich ehemalige Weggefährten von ihm distanzieren, weil er zu konsequent und offen das Wesen des Antiimperialismus ausplaudert, sucht sich Elsässer andere Kameraden, die Auskunft über das neue Niveau des Volksfrontlers geben: für Gestalten wie den Verschwörungskasper des obskuren Weblogs Alles Schall und Rauch, dessen Furcht vor der jüdischen Weltverschwörung derart tief sitzt, daß er hinter seinem PC kaum einen halbwegs gescheiten Satz zu formulieren imstande ist, hätte Elsässer in seinen besseren Tagen allenfalls Spott übrig gehabt, mittlerweile aber trifft er sich mit solchen Kretins, um sich beim völkischen Heimatabend mit Schauergeschichten über Hochfinanz, westliche Geheimdienste und was der Verschwörungsfreunde Herz sonst noch so erfreut, wohlig zu gruseln.

„Strichjungen des Finanzkapitals“
Einer der neueren Artikel des Volksfreundes über die Oppositionsbewegung im Iran – die Demonstranten verhöhnte er als Discomiezen, Drogenjunkies und Strichjungen des Finanzkapitals – fand im dazugehörigen Kommentarbereich nicht nur den Beifall des Jihad-Stalinisten Chris Sedlmair.
Elsässers ausdrückliche Freude über brutalste Folter und Mord an den Demonstranten – Gut, dass Ahmidenedschads [sic] Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben – lockte zwangsläufig auch jene an, für die Folter und Mord maßgeblicher Bestandteil ihres politischen Programms sind.
Das Nazigrüppchen mit dem lächerlich hochtrabenden Namen Netzwerk Sozialistische Nation ist, anders als die meisten kritischen Stimmen, auf Elsässers Website gern gesehen.
Und so taten Jürgens Freunde kund (Orthographie wie im Original):
Ulla Jelpke enttarnt
Die Claudia und die Ulla traten vor 4.000 Exil-Iranern, deutschen Linksliberalen und antideutschen Neocons auf, beehrten dabei die Menge in Hamburg mit viel Geschwätz über Menschenrechte und Demokratie. http://demoberlin.blogspot.com/ [...]
Jelpke inszeniert sich ab und an als „Antiimperialistin“ und „Antizionistin“, behauptete gar das jeder ein Verbrecher sei der die israeliche Regierung unterstützte. [...] Das der Iran aber auf ihrer Feindliste steht machte sie schon länger deutlich [...] Die Arbeiterkommunisten wollen vor allem die kulturelle Grundlage des Iran – den schiitischen Islam – ausmerzen und damit dem Iran seiner
na was wohl?
Identität berauben und versteckt sich hierbei kaum verborgen hinter Floskeln. Jelpke zeigte mit ihrer Teilnahme, ja dem Umstand das sie neben der Claudia als Hauptrednerin auftrat das sie nichts weiter als eine Heuchlerin ist. [...] Zugegen war etwa die Neoconservative Iniative „Stop the bomb“, aus deren Kreisen, etwa ein B. Morris zum atomaren Holocuaust gegen Teheran aufrief. Mit dabei waren natürlich Gestalten wie der Bush-Fan Thomas von den Osten Sacken, die antideutsche Antifa, die Hamburger CDU, Broders Achse des Guten. Ja, dass ist also das Milieu der angeblichen US-„Kritikerin“ und „Antizionistin“ Jelpke. Ob wohl PI bald ein nettes Transparent für die Frau Jelpke entwirft? Wer weiß. Da fühlten sich die Iran-Ausräucherer von Gegenkritik etwas unangenehm berührt:
Zitat
Für deutlich mehr Missbehagen sorgte da schon Ulla Jelpke, die sich ganz offenkundig in der Veranstaltung geirrt hatte, demonstrierte sie doch noch vor kurzem unter der Flagge der Hisbollah für eben jenen Jihadistenmob, dessen Mitglieder nun im Iran Jagd auf Oppositionelle machen. [...]
Der da in seiner Suada verschiedene Veranstaltungen durcheinanderwürfelt – Roth und Jelpke traten am 21. Juni auf der Demonstration in Berlin und nicht in Hamburg auf, wie auch aus der vom Nazi selbst geposteten Webadresse hervorgeht – ist Bestandteil eines hauptsächlich in den inzestuösen Verhältnissen des eigenen Webforums vor sich hin gammelnden Haufens, dessen Mitglieder sich die Tageszeit nebenher als Moderatoren beim Internetforum der Nazi-Bravo Rock Nord vertreiben und über ihren politischen Werdegang im Interview äußern: Irgendwann, ich glaube, es war 2001 zur Wahl des Abgeordnetenhauses, kam ich dann zum ersten Mal bewusst in Kontakt mit einem Wahlplakat der NPD oder der REPs. Ich weiß nicht mehr, was darauf stand, auf alle Fälle fühlte ich mich irgendwie zu einer traditionell-deutschtümlichen Einstellung hingezogen.
Man kann Jürgen Elsässer zu seinen neugewonnenen Freunden nur gratulieren.
Die Iran-Ausräucherer von Gegenkritik geben ferner bekannt: Daß den deutschen Freunden Ahmadinejads Ulla Jelpke als Volksverräterin und Iranfeind (so Elsässer über alle Demoteilnehmer) gilt, obschon sie ausdrücklich gegen jede Intervention des Westens zugunsten der iranischen Opposition Stellung bezog, ist ebenso erheiternd wie der unzutreffende Vorwurf, Jelpke inszeniere ihren Antizionismus nur, sei also gar nicht mit ganzem Herzen dabei. Elsässer und seinen Nazifreunden sei hingegen gewünscht, daß ihnen dereinst einige der von ihnen verhöhnten iranischen Discomiezen, Drogenjunkies und Strichjungen über den Weg laufen.
Weitere Demonstrationstermine der Iranfeinde finden sich in der Übersicht bei
Free Iran Now!