Hauptverantwortlicher des antizionistischen Kampfblogs „Politisch Korrekt“ ist Dietmar Näher, von dessen geistigen Ergüssen im folgenden einige näher betrachtet werden sollen.
Näher, der sich selbst „links“ verortet und damit qua politischer Selbsteinschätzung moralisch unangreifbar dünkt, gehört zu jenem Großteil der guten Deutschen nach 1945, die ganz furchtbar stolz die bewältigte Vergangenheit [PDF] im Munde führen, das Holocaustmahnmal als Nachweis ihrer Läuterung anführen und überdies keine Gelegenheit auslassen, den Überlebenden und dem von ihnen errichteten Staat die Leviten zu lesen.
Es trifft auf diese Leute nicht einmal das Wort Paul Spiegels zu, wonach hinter dem Ruf nach Frieden sich die Mörder verschanzten; denn die Vertreter dieser friedenstümelnden Spezies, die tote Juden so furchtbar gern haben, daß sie nicht nur obsessiv mit dem Vernichtungswerk ihrer Vorfahren sich auseinandersetzen, sondern den Davongekommenen und deren Nachkommen jedes Recht absprechen, sich selbst zu organisieren und gegen den Vernichtungswahn auch bewaffnet sich zur Wehr zu setzen, haben tatsächlich, wie Jean Améry bemerkte, ein pathologisch reines Gewissen.
Jene Deutschen, die der ganzen Welt den Frieden erklären, sind viel treffender mit diesem Bonmot Eike Geisels charakterisiert:
„Im Namen des Friedens gegen Israel zu sein, ist etwas Neues. Denn dieses Ressentiment hat alle praktischen und politischen Beweggründe abgestreift. [...] Dieser neue Antisemitismus erwächst weder aus niedrigen Instinkten noch ist er Ausfluss ehrbarer politischer Absichten. Er ist die Moralität von Debilen. Das antijüdische Ressentiment entspringt den reinsten menschlichen Bedürfnissen, es kommt aus der Friedenssehnsucht. Es ist daher absolut unschuldig, es ist so universell wie moralisch. Dieser moralische Antisemitismus beschließt die deutsche Wiedergutwerdung insofern, als sich durch ihn die Vollendung der Inhumanität ankündigt: die Banalität des Guten.“
Die Konsequenz aus dem Vernichtungswahn ihrer Vorfahren heißt für sie folgerichtig auch nicht „Nie wieder Auschwitz!“ sondern „Nie wieder Krieg!“ – daß diese Fabrik der Menschenvernichtung nicht von PACE-Fahnen schwenkenden Hippies, sondern von Rotarmisten mit PPSch-41 und T-34 befreit wurde, ist den pazifistischen Deutschen nicht etwa verborgen geblieben, sondern geradezu die Ursache ihrer Friedenstümelei, die heute vor allem gegen jene sich richtet, die dem Morden mit militärischer Macht Einhalt geboten und jenen, die als Davongekommene die einzig richtige und dennoch zu spät gekommene Konsequenz aus Auschwitz zogen.
Die Kritik am Staat der Überlebenden ist den Dietmar Nähers allerorten eine Herzensangelegenheit – sie, die jeden Antisemitismusvorwurf entrüstet zurückweisen, verteidigen aber noch die übelsten antisemitischen Vorfälle auf der berüchtigten UN-Konferenz in Durban. Für Näher, der ohne jeden Beleg behauptet, „sowohl die Bush-Regierung als auch Israel [hätten] von Anfang an nur ein einziges Ziel [gehabt] – nämlich die Konferenz zu diskreditieren“, sind Flyer wie dieser 2001 in Durban verteilte kein Ausweis des islamischen Antisemitismus, sondern legitime Kritik an Israel.

Eines der zahlreichen Bilddokumente von Durban I
Einen Hinweis darauf, daß der politisch korrekte Antizionist den 3D-Test für Antisemitismus Natan Sharanskys – den in ähnlicher Form auch das European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia für seine Arbeitsdefinition des Antisemitismus verwendet – mit Extrapunktzahl bestehen würde, gibt auch dessen Beitrag über „Homophobie in Israel“, in welchem dieser die Einschätzung, Israel sei die einzige Demokratie im Nahen Osten und zudem der einzige Staat, in welchem Menschen aller sexuellen Orientierungen frei leben könnten, süffisant mit Hinweisen auf homophobe Attacken auf den CSD in Jerusalem vor einiger Zeit kommentiert. Es verhält sich nun keineswegs so, daß Näher nicht um das Vorhandensein von Homophobie in jeder Gesellschaft wüsste, darüberhinaus dürfte ihm wohlbekannt sein, daß Israel der einzige Staat der Region ist, in welchem gleichgeschlechtliche Liebe nicht mindestens mit Gefängnis bestraft wird. Die bewusste Unterschlagung des Unterschiedes zwischen staatlicher Ahndung von Homosexualität einerseits und privater Homophobie andererseits sowie der Tatsache, daß homosexuelle Palästinenser regelmäßig vor ihren Brüdern und Schwestern nach Israel fliehen müssen, ist eine blanke Diffamierung Israels, die zudem eindeutige double-standards offenbart: während die extreme Gewalt gegenüber Homosexuellen überall dort, wo der Islam ein dominanter Teil der Gesellschaft ist, von Näher geflissentlich übergangen wird, sind individuelle Ausbrüche von Homophobie, gegen die der israelische Staat vorgeht, für ihn Anlaß zur Verhöhnung des Judenstaates.
Welches Niveau der Antizionist Näher bisweilen an den Tag legt, wenn es aus ihm spricht, zeigt seine Kommentierung eines hervorragenden Beitrags des WELT-Mitarbeiters Gideon Böss. Da diesem inhaltlich überhaupt nicht beizukommen ist, greift „PK“ auf plumpeste ad-hominem-Argumente zurück: Böss sähe „genauso“ aus, wie man sich „den erzkonservativen Nachwuchs in diesem Lande“ vorstellt; beim Lesen seiner „Pamphlete“ müsse man einen „großen Brechnapf über die Tastatur halten“ und überhaupt würde das „reaktionäre Männchen“ nur „tumbe Plattitüden“ abliefern, was aber halb so schlimm sei, wenn nur niemand vergäße, die „Käfigtür“ abzuschließen, da Böss nach Meinung Nähers in den „Zoo“ gehöre. Dies waren – man mag’s kaum glauben – tatsächlich sämtliche „Argumente“, die dem überzeugten Antizionisten als Replik auf Böss’ Beitrag einfielen.
Mag man sich ob der Einfältigkeit Nähers jetzt schon zurecht fragen, woher dieser Kerl seine Arroganz – die augenscheinlich auf nichts gründet als dem Unwissen um die eigene geistige Insuffizienz – nimmt, so beseitigt ein weiterer Beitrag sämtliche Zweifel über womöglich vorhandene Restvernunft: aus einem Beitrag des exzellenten Weblogs Lizas Welt zitierend, meint Näher schließlich:
Eigentlich müsste man zu solch dümmlich-pauschalem Palästinenser-Bashing gar nichts mehr schreiben. Ich tue es trotzdem, weil es die ganze Ahnungslosigkeit selbst ernannter Israelfreunde belegt.
Der geneigte Leser wartet gespannt, ist Lizas Welt doch als profunder Kenner der Situation im Nahen Osten bekannt. Wie nun wird Dietmar Näher die ganze Ahnungslosigkeit der Israelfreunde – nota bene: mindestens genauso widerlich wie Juden sind Judenfreunde – belegen? Folgt eine lange Abhandlung der historischen Ereignisse im Heiligen Land? Eine ausführliche Darstellung der politischen Gegebenheiten in Nahost? Gar eine materialistische Annäherung an den Konflikt? Nein, Nähers Weisheit artikuliert sich viel umfassender:
In dieser Auseinandersetzung gibt es wie in den meisten anderen nicht nur schwarz und weiß oder gut und böse – und zwar auf beiden Seiten. In einem Konflikt, der mittlerweile 60 Jahre andauert, kann das schlicht und einfach auch gar nicht anders sein.
Potzblitz! Weil Israel seit nunmehr 60 Jahren dem palästinensischen Bestreben, die Juden ins Meer zu treiben, widersteht, müssen beide Seiten gleich schuld am Konflikt sein. Das ist die Logik eines Dietmar Näher, dessen Forderung nach einem „gerechten Frieden“ in Nahost viel schöner klingt als anno dazumal das „Juda verrecke!“.
Post scriptum: Nur der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, daß Näher auch in einem weiteren Punkt seiner Kommentierung des Artikels von Lizas Welt irrt: denn der amerikanische Präsidentschaftskandidat Barack Obama liegt mit seinen Plänen, den Irak al-Qaida, der Mahdi-Armee, den Badr-Brigaden und sonstigen Terrorrackets zu überlassen, keineswegs wie von Näher behauptet, auf einer Linie mit dem irakischen Ministerpräsidenten al-Maliki.





Das haut mich weg! Es gibt in diesen Beitrag keinerlei Auseinandersetzung mit dem Thema des Nahostkonflikts zu finden. Alles was ich lese, bestätigt mich in meiner Auffassung, gewisse Kritik nicht ohne Weiteres äußern zu dürfen. Das ganze Gerede von Antizionismus und Antisemitismus erinnert mich zudem an die Anschuldigung eines Juden wg. Antisemitismus durch den ehrhaften Herrn Broder. Den Gerichtsprozess dazu hat er dann aber doch verloren.
Tschüss, ihr scharfmacher!
Von: Beobachter am 2, November 2008
um 12:27
Wenn sich ein völkischer und politisch korrekter Beobachter über Kritik an seinesgleichen echauffiert, ist das wohl die beste Auszeichnung. Nun aber, husch, husch, zurück zu PK respektive Altermedia.
Von: gegenkritik am 2, November 2008
um 9:44
http://***
Keine Links zu solchen Seiten. gk
Von: Tet am 3, November 2009
um 11:52