Die – weithin bekannte – Website Politically Incorrect bedarf ausweislich ihrer Besucherzahlen und der Medienberichterstattung über sie wohl kaum einer Vorstellung.
In einem Land, dessen Bevölkerung mehrheitlich Israel als größte Gefahr für den Weltfrieden halluziniert und den USA die militärische Zerschlagung eines ambitionierten deutschen Projektes immer noch nicht verzeihen kann, ist es bemerkenswert, wenn ein Blog mit mehreren tausend Besuchern täglich sich dezidiert und kompromisslos an die Seite der Vereinigten Staaten und Israels stellt.
Auch die schonungslose Kritik an den Zumutungen des real existierenden Islam ist außergewöhnlich in einem Land, dessen Diskurs zum Thema von Figuren indiskutablen Niveaus Marke Claudia Roth geprägt ist; einem Land, in dem der islamische Tugendterror als kulturelle Eigenheit verniedlicht wird und Heerscharen von autochthonen Sozialarbeitern darüber wachen, daß Aishe zur Verhüllung ihrer Reize auch brav das besonders identitäre Stück Stoff trägt und Ali mit Peter nicht mehr als zufällige Berührungen austauscht; einem Land, in dem etwa die antirassistischen Kulturrelativisten der taz Menschen anhand ihrer Herkunft auf eine kulturelle Identität festlegen und also eine ethnisch sauber getrennte Bevölkerung herbeischreiben; einem Land, in dem kein antisemitischer Terroranschlag zu barbarisch, kein antiamerikanisches Massaker zu grausam sein kann, als daß es nicht unter Verweis auf die „Arroganz des Westens“ oder die „Demütigung der Muslime“ gerechtfertigt würde – kurzum: in einem Land, dessen Bevölkerung der Herrschaftspraxis des Islam deshalb mit solch unheimlicher Sympathie begegnet, weil man als deutscher Antikapitalist schon immer wusste, daß Zinsen ein Übel sind, kollektive Unterdrückung schon immer individueller Freiheit vorzog, schließlich dieselben Feindbilder hegt und in der islamischen Bekämpfung des großen und des kleinen Satans den eigenen Kampf wiederentdeckt, ist Politically Incorrect eine durchaus deviante Erscheinung.
Betrüblicherweise wird all das, was es über PI positives zu berichten gäbe, geschmälert vom Rassismus, der vor allem in den Kommentaren der Nutzergemeinde in aggressiver Weise sich artikuliert, wenn etwa auf primitivstem Niveau gegen „Musels“ gehetzt wird, gegen die es den heiligen Volkszorn zu mobilisieren gälte, woran auch die verantwortlichen Blogbetreiber – die derlei Kommentare nicht nur unbeanstandet lassen, sondern in manchen Beiträgen den Eindruck erwecken, jeder scheele Blick eines Türken sei ein weiterer Nachweis der Islamisierung Europas – eine gehörige Mitschuld tragen.
So ist auch die unkritische Berichterstattung über den dieser Tage in Köln stattfindenden „Anti-Islam-Kongress“ kein Ruhmesblatt für Politically Incorrect, die Parteinahme für Holocaustleugner wie LePen, Rassisten wie Strache oder Nazis wie Rouhs die dokumentierte Schande der Blogbetreiber.
Glaubwürdig gegen die Zumutungen des Islam kann nur sich aussprechen, wer gleichzeitig auf die Idee des Westens sich beruft – und das schließt die vehemente Gegnerschaft zu Nazis aller Couleur ein.
Wer stattdessen einem Holocaustleugner Platz für einen Gastbeitrag einräumt, im dazugehörigen Thread noch die widerlichsten antisemitischen Lügen über den Schriftsteller Ilja Ehrenburg, die Verherrlichung des Nazikriegers Adolf Galland sowie die Leugnung der deutschen Kriegsschuld toleriert, hingegen scharf formulierte Kritik kommentarlos löscht, muss sich den Vorwurf eines Verrats an der Aufklärung gefallen lassen.
Von einem ehrbaren Kritiker ist dieser Satz überliefert:
„Man muß den wirklichen Druck noch drückender machen, indem man ihm das Bewußtsein des Drucks hinzufügt, die Schmach noch schmachvoller, indem man sie publiziert.“
Was Politically Incorrect unbeanstandet lässt:








Ich habe dieses Blog soeben erst (via LGF) entdeckt, daher der verspätete Kommentar: Danke für diesen fairen Beitrag über PI.
Von: The Editrix am 26, April 2009
um 11:12