Amerika hat gewählt und wie es die Umfragen seit längerer Zeit voraussagten, wird der vor allem außerhalb der USA als Messias gefeierte Barack Obama den verhassten Amtsinhaber George W. Bush ablösen.
Das in Europa im Zuge der Obamania immer häufiger zu hörende Mantra, die Sympathien für den nun 44. US-Präsidenten bewiesen, daß es doch eigentlich gar keinen Antiamerikanismus in Europa gäbe, sondern nur eine legitime „Kritik“ an der Regierung Bush, wurde vor einiger Zeit schon durch verschiedene Studien als Lüge entlarvt. Viel mehr verweist die Gleichzeitigkeit der Abneigung gegen die USA als Hort bürgerlicher Zivilisation und der einer autoritären Sehnsucht entsprungenen unkritischen Verehrung, welche Obama vor allem in Deutschland von den Massen entgegengebracht wurde und die frappant an den kultischen Wahn um dubiose Scharlatane wie Mahatma Ghandi oder den Dalai Lama erinnert, auf die Hoffnung, Amerika würde sich unter einem sozialdemokratischen Präsidenten in eine Außenstelle (Deutsch)-Europas transformieren.

Auch die Hamas zeigt mit neuem Emblem Unterstützung für Hope und Change
Aber nicht nur in Krautland, wo das fehlerfreie Unterbringen der Wörter Bush, Krieg, Irak, Öl in einem Satz bereits als Ausweis politischer Bildung gilt und jeden noch so provinziellen Journalisten zum außenpolitischen Experten avancieren lässt, berauscht man sich konsequenterweise an den Floskeln von Change und Hope.
Auch die islamische Muslimbruderschaft, deren palästinensischer Ableger Hamas, die Unterstützer der Terrororganisation Hizb-Allah sowie weitere djihadistische Gruppierungen und Personen feierten den Wahlsieg Obamas, verbinden sie doch mit diesem die Hoffnung, fortan weniger Störungen ihrer djihadistischen Agenda in Form militärischer Interventionen durch die US-Streitkräfte fürchten zu müssen.
Erleichtert aufgenommen wurde die Wahl Obamas aus ähnlich gelagerten Gründen auch in einer Reihe von Rogue states, deren Führung sich zuvor ebenfalls für den Senator aus Illinois ausgesprochen hatte, darunter der Iran, Nordkorea und im Venezuela Hugo Chavez‘.
In einem anderen Schurkenstaat geriet die Berichterstattung am Wahlabend noch einmal zur Generalabrechnung mit Obamas verhasstem Amtsvorgänger George W. Bush: ARD und ZDF überboten sich förmlich im Bush-Bashing; eine Schimpftirade, die in dieser Form wohl kaum mit den gewählten Repräsentanten anderer rechtsstaatlicher Demokratien – Israel ausgenommen – ohne Kündigung des verantwortlichen Intendanten vorstellbar erscheint und die qualitativ noch weit über den „gängigen“ Antiamerikanismus hinausreichte.

Glenn Beck zufolge plant der Messias die Einführung einer neuen Nationalhymne
Man scheint es Präsident Bush bis heute nicht verziehen zu haben, 2003 ohne Genehmigung des selbsterklärt wichtigsten Landes auf Erden den Irak vom Baathregime befreit und schlußendlich den in Deutschland ungeheuer populären Diktator Saddam Hussein gestürzt zu haben. Dessen Beliebtheit, die im Zuge seiner Hinrichtung groteske Ausmaße annahm und erwachsene Menschen, die nicht einmal ein Schulterzucken für die Opfer von Saddams Diktatur übrig hatten, über die „Grausamkeit der Todesstrafe“ lamentieren ließ, dürfte maßgeblich auch auf die Tatsache zurückzuführen sein, daß der Irak Saddam Husseins zu den Hauptsponsoren palästinensischer Terroristen gehörte und es war wohl nicht nur der grüne Vorzeige-Antisemit Hans-Christian Ströbele, der die Einschläge irakischer Scuds in Israel 1991 goutierte – die innige Verbundenheit mit dem Diktator ging soweit, daß aus Deutschland auch bereitwillig Giftgas in den Irak geliefert wurde, mit welchem das Regime unter anderem 5.000 Kurden in Halabja ermordete.
Hinzu kommt die Tatsache, daß im Post-Saddam-Irak auch minderjährige Mädchen zur Schule gehen können und liebgewonnene Praktiken des Regimes im Umgang mit politischen Dissidenten wie das Abschneiden von Gliedmaßen oder die Auspeitschung auf öffentlichen Plätzen wegfallen, was den deutschen Kulturrelativisten von ARD, ZDF, Süddeutscher und taz gehörige Bauchschmerzen bereitet, gilt ihnen doch eine arabische Diktatur als angemessene politische Organisationsform für den Iraker, der qua Herkunft zur Demokratie unfähig sei und dem man die Gewährung der für weiße Europäer reservierten Menschenrechte missgönnt.
Auch aus diesem Grund ließen deutsche Medien lieber unter den Tisch fallen, daß man im Irak angesichts der Bedrohung durch den Iran lieber einen Präsidenten McCain gesehen hätte – ebenso wie in Israel, wo Obamas außenpolitische Stichwortgeber, wie etwa die verklausuliert auf einen amerikanischen Militärschlag gegen Israel drängende Samantha Power oder der mittlerweile ebenfalls geschasste Berater Robert Malley, ein ausgewiesener Hamas-Sympathisant, ebenso bekannt sind, wie der notorisch israelfeindliche Zbigniew Brzezinski oder der PLO-Sprecher und Obama-Freund Rashid Khalidi.
In der New York Post gab Ralph Peters einige Tage vor der Wahl einen fiktiven Rückblick auf vier Jahre Präsidentschaft des Demokraten; vor allem der zweite Absatz dürfte kennzeichnen, was viele Fans Obamas unter Hope verstehen:
Looking back on the four years of his first administration, President Obama can be proud: He made the US welcome among the family of nations again; he reduced our reliance on military force; and he gave us peace by reaching sensible accommodations with our enemies.
The lies told about him in the 2008 election were exposed as sheer bigotry. Far from being „soft on radical Islam,“ President Obama was the first world leader to welcome Jewish refugees after Iran’s nuclear destruction of Israel’s major cities (his only caveat – a fair one – was the refusal to accept Zionist military officers and their families, in light of Israel’s excessive retaliation).
Daß Obama keineswegs so übel ist, wie viele seiner – vor allem deutschen – Sympathisanten, steht dennoch außer Frage. Bleibt zu hoffen, daß nicht allzuviel des Wahlkampfgetöses von Hope und Change in realer Appeasementpolitik sich niederschlägt.




