Verfasst von: Woopaa | 11, Mai 2009

Linksdeutscher Israelexperte

Es ist nichts Neues, dass vor allem Deutsche sehr interessiert an israelischer Politik sind, meinen doch viele als alles ausgewogen betrachtende Linke ganz besonders dazu prädestiniert zu sein, die Geschehnisse im Nahen Osten zu beurteilen. Speziell denen von ihnen, die in Israel oder den Palästinensischen Autonomiegebieten weilen, wird gern ein hohes Maß an „Neutralität“, „Augenmaß“ oder eben „Ausgewogenheit“ zugestanden, welches sie insbesondere von der Einseitigkeit israelischer „Hardliner“, also quasi aller Israelis außer Uri Avnery, abhebt.

In der April-Ausgabe des Uni Spiegel berichtet der deutsche Student Markus Flohr in Teil III seines Tagebuchs von seinem Leben in Jerusalem. Zum 22. Januar heißt es:

„Ich lese die Nachrichten. In drei Wochen wählt Israel: Der Rechte Benjamin Netanjahu tritt gegen die Halbrechte Zipi Livni an. Der Chef der angeblich linken Arbeitspartei ist Ehud Barak, aktueller Verteidigungsminister, ehemaliger Ministerpräsident und einer der Verantwortlichen für den Angriff auf Gaza im Dezember. Der große Star der Wahl scheint aber Avigdor Lieberman zu werden. Der ist noch rechter als Netanjahu und Livni und lässt noch lieber die Säbel rasseln als Barak.“

Der gemeine deutsche Student erfährt also, was er ohnehin schon weiß, dass nämlich die „Opfer von gestern, die Rechten von heute sind“.


Antworten

  1. Was ist denn so verwerflich an der Bezeichnung „rechts/Rechte“? Sollen ähh nichtlinke Leute links gennant werden, weil es den Holocaust gab? Oder was meinst du mit „Opfer von gestern“?

  2. Ein diversen israelischen Politikern vorangestelltes „rechts“ können sich die meisten Journalisten in Deutschland ebenso wenig verkneifen, wie die Zuschreibung „radikal“ für israelische Siedler oder vor drei Jahren ein „rechtsextrem“ für die dänische Zeitung Jyllands-Posten. Solchen Leuten geht es in keiner Weise um Darstellung von Realität, sondern vielmehr um politische Diskreditierung und Entsorgung respektive Verklärung deutscher Geschichte.

  3. Ja wie soll man dann „nichtlinke“ Politiker aus Israel nennen?
    Und wenn jemand „die“ Araber vergasen will oder auf jeden Hügel Behausungen baut/will(da gabs auch ein Zitat von einem Expremier) , dann sind diese Leute für mich radikal, eigentlich sogar extremistisch.

  4. Wenn ein Jude sich eine Behausung bauen will, gilt er als „radikal“, „eigentlich sogar extremistisch“. Das ist konsequent, denn der Antisemit billigt dem Juden schließlich kein Lebensrecht zu.

  5. Wie gesagt, die Zuschreibung „rechts“ wird nicht etwa deshalb gebraucht, um die Ausrichtung einer Partei näher zu bestimmen, sondern wird grundsätzlich für all jene Israelis verwendet, die u.a. in deiner Sicht sich erdreisten gegen ihre Vernichtung durch Hamas etc. sich zu verteidigen.

    Und Hausbau ist natürlich der Inbegriff von Radikalität, schon klar …

  6. Den Siedlungsbau muss man anders betrachten. Was ist daran so schlimm, wenn sich die Israelis ausbreiten? Mit friedlichen Palis könnte man doch gemeinsam in der Nachbarschaft wohnen.
    Der sogenannte Siedlungsbau wird nur deshalb kritisiert, weil die meisten Palis nur zu blöd sind und sich zu fein sind neben „Juden“ zu wohnen.

    Was daran auf israelischer Seite extremistisch ist, das bleibt mir ein Rätsel …

  7. Turke hat doch recht. Es ist bedauerlich, aber die rechten Parteien dominieren nun mal in Israel. Die israelische Linke ist faktisch tot. Warum soll man das Kind nicht beim Namen nennen? Und warum erblöden sich deutsche Linke israelische Rechte vor ihrem „Rechtssein“ in Schutz zu nehmen? …

    Kommentar gekürzt, solche Äußerungen können Sie auf Ihren Stammblogs wie Altermedia oder Lysis tätigen. gk

  8. sagenhaft, wie hier einfach wegdiskutiert werden soll, dass „rechts“ nichts mit herkunft oder wohnort zu tun hat. ganz großes tennis. ich habe tränen gelacht. hoffentlich kommt der student auch in den genuss, diesen stuss hier zu lesen…

  9. Was möchtest du uns mitteilen? Dass Israelis qua Herkunft nichts anderes als „rechts“ sein können und deshalb selbsternannte deutsche Nahostexperten mit ihrer Einordnung israelischer Parteien (von rechts über halbrechts bis angeblich links) richtig liegen?

  10. sehr witizg. im ernst: genausowenig, wie man als israeli „qua herkunft rechts ist“ (prust), ist man es qua herkunft NICHT. und wenn netanjahu und liebermann NICHT rechts sind, sind es berlusconi, sarkozy oder wilders wohl auch nicht? dachte ich mir. mann, wo sind nur die rechten, die wenigstens gute satiren schreiben konnten (kishon)?

  11. Da du dem gleichen Klientel zuzugehören scheinst, wie ebensolche Journalisten, welche wissen, dass ihre gleichsam deutsch tickende Leserschaft ebenso genau weiß, was von jenen zuhalten ist, denen als Attribut ein „rechts“ vorangestellt wird, wirst du dir wohl kaum die Nützlichkeit solcher Zuschreibungen als Form der Legitimierung eigener Feindbilder eingestehen können bzw. wollen. Die Fokussierung bekennender Deutscher, welche meinen gelernt zu haben, auf Rechte bzw. vermeintlich Rechte italienischer, französischer, niederländischer und insbesondere amerikanischer und israelischer Herkunft, erweist sich ihnen als hervorragendes Mittel der Reinwaschung ihres heiligen Deutschlands.

  12. ja, was denn nun? einmal sind die linken vaterlandslose gesellen (bin ich gerne), dann wieder wollen sie ihr „heiliges deutschland“ reinwaschen. man dreht sichs eben, wie es gerade zu passen scheint, wie? in diesem sinne: kein gott, kein herr, kein vaterland.

  13. Antinational sind Typen Ihres Schlages genau dann, wenn’s um die Delegitimierung Israels geht.
    Ansonsten führen sie stets das Gewäsch von der Dringlichkeit eines Palästinenserstaates an (am liebsten anstelle des jüdischen).

  14. meines schlages? bisschen vorschnelles urteil. ich persönlich brauche keine staaten. mich interessieren nur menschen (insbesondere damen), unabhängig von religion und herkunft. aber das können (und wollen) manche sich eben nicht vorstellen.

  15. Wie beschränkt muss man sein, die eigenen Ergüsse auch noch für besonders tolerant oder fortschrittlich zu halten. Insbesondere dein Bekenntnis zur Heterosexualität ist mehr als peinlich und zeigt wes Geistes Kind du bist …
    Du hast also mittlerweile mehr als ausreichend beweisen können, dass du rein gar nichts verstehst.

  16. ich verstehe dich in der tat nicht. wes geistes kind sind denn heterosexuelle? und wer hat meine beiträge denn stets zielsicher missverstanden und seine eigenen feindbilder hineinprojeziert? und warum glaubst ausgerechnet du, du habest die toleranz für dich gepachtet, vom fortschritt mal ganz zu schweigen?

  17. Ist sicher eine prima Sache, daß dich Menschen und insbesondere Damen interessieren, nur interessiert das wiederum hier niemanden so recht.
    Vielleicht findest du ja anderswo eine virtuelle Unterkunft, wo du dann ostentativ deine Interessensgebiete Antizionismus und Damenwelt kundtun kannst. Viel Erfolg!

  18. Lieber F 16,

    ich schreibe eben an Liza einen Brief und richte ihm Grüße von dir aus.

    Wird Zeit, dass du mal’ wieder was schreibst und das nicht nur alten Säcken wie mir überlässt!

    Auf die Jungen von heute kann man sich auch nicht mehr verlassen ;-)))

    Alles Gute
    Bernd

    P.S.: Ein paar Leserbriefe von dir habe ich natürlich entdeckt.

  19. Sorry, war etwas faul die Tage.
    Aber heute oder morgen kommt noch was, versprochen

    Beste Grüße!

  20. damenwelt ja, antizionismus nein. warum löschst du denn meine antwort? es passt dir wohl nicht, wenn jemand nicht in deine ultravereinfachten schemata pass, was? du bist ein volltrottel ;-). deine schwarz-weiß-denke weist für mich kaum technische unterschiede zu derer von faschisten oder anderen extremisten auf. tschüss.

  21. Ob Du selbst dir deine antizionistischen Leidenschaft eingestehst oder nicht, ist mir relativ schnuppe, dein Gesülze bei Free Iran Now gab jedenfalls genug Auskunft über dich ab.

    Und jetzt troll’ dich meinethalben zu Altermedia oder Elsässer, wo du hingehörst.


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