
Wenn das schreibende Deutschland in Gestalt Ulrike Putz’ über eine Nachricht aus Israel sich empört, dann muss das Anlass zur Freude sein für jeden Freund des jüdischen Staates.
So auch diesmal: 304.569 Juden, so echauffierte sich die deutsche Pressesprecherin der Hamas, würden mittlerweile außerhalb des ihnen von deutscher Seite zugewiesenen und zugestandenen Lebensraumes wohnen.
Bekanntermaßen sind insbesondere die jüdischen Unterkünfte in Judäa und Samaria deutschen Raumplanern ein Dorn im Auge, da man – so empathisch sind Deutsche – ganzen Herzens mit den Palästinensern fühlt, denen nicht zugemutet werden könne, die Anwesenheit von Juden zu ertragen.
Als dieses Anliegen kürzlich wieder mal hochoffiziell und ohne die geringsten Skrupel vom deutschen Vizekanzler formuliert wurde, hatte der israelische Ministerpräsident die richtige Antwort parat: Judäa und Samaria, so Netanyahu, dürften nicht judenrein werden.
Es war dies eine erfreulich deutliche Replik auf die unverschämten Einmischungen deutscher Politiker in israelische Angelegenheiten, die zudem den Kern derartiger Ansinnen auf den Punkt brachte: die dreist angemaßte Entscheidungshoheit über den Wohnort von Juden steht deutlich in der historischen Kontinuität des deutschen Dranges, über jüdisches Leben prinzipiell entscheiden zu wollen.
Den 304.569 Juden – darunter auch jenen, die gewitzt kundtaten, was sie von des US-Präsidenten Forderung nach einem „Siedlungsstopp“ hielten und ihr Settlement Obama Hilltop tauften – , die bei ihren Feinden für soviel Unmut sorgen, sei für die Zukunft alles Gute gewünscht.
Mögen ihre Siedlungen prosperieren und ihre Leben vom Bündnis der deutschen Regierung mit den arabischen Mörderbanden möglichst unbeeinträchtigt bleiben.





Am Besten fand ich folgenden Satz von Putz:
Ganz so, als ob die Siedlungen nicht jeden Tag in Deutschland thematisiert und zum größten Übel im Nahen Osten erkoren würden…
Von: Mr. Moe am 28, Juli 2009
um 7:39
Ja, die Wahrnehmung der ehrbaren Israelkritiker hat meistens nicht viel mit der Realität zu tun.
Von: gegenkritik am 28, Juli 2009
um 7:42
Unser Dietmar macht folgendes Motiv aus:
„Seht her, ihr könnt soviel protestieren, wie ihr wollt – wir machen trotzdem, was wir für richtig halten.“
Unverschämt, diese Juden, gell?
Von: Bernd am 30, Juli 2009
um 2:03
[...] mehr Siedlungen! Fabelhafter Beitrag auf Gegenkritik über den Siedlungsbau im Westjordanland: 304.569 Juden, so echauffierte sich die deutsche [...]
Von: Baut mehr Siedlungen! « Der Passivist am 2, August 2009
um 1:53
was für ein hirnverbrandter blödsinn. …
Von: dr.allesklar am 10, August 2009
um 1:01
ist nicht weit her mit der gegenkritik, was? sobald man mal wunder punkte ansricht, wird man zensiert. naja, ich kann’s nachvollziehen. ist schließlich nicht der ort für demokratische diskussionskultur hier, oder? das heißt: warum eigentlich nicht?
Von: dr.allesklar am 12, August 2009
um 12:38
Stimmt, „Wunder Punkte“ werden hier ebensowenig demokratisch diskutiert wie die Behauptung, Israelis wären Rassisten.
Von: gegenkritik am 12, August 2009
um 8:57
würdest du meinen beitrag nicht zensieren, könnte jeder lesen, dass ich nirgendwo die these aufgestellt habe, alle israelis seien rassisten. aber schon klar, dass du solche behauptungen brauchst, um deinen standpunkt zu verteidigen. mit argumenten kommst du ja nicht weit, weil du keine hast.
Von: dr.allesklar am 12, August 2009
um 6:45
Schon klar, Felicia Langer und Uri Avnery sind vermutlich die Ausnahmen, weil sie nicht wie die sonstigen „rassistischen Israelis“ ein „araberfreies Palästina“ anstreben.
Wieso trollst du eigentlich nicht bei Erhard Arendt, Axel Möller, Jürgen Elsässer oder anderen Geistesverwandten, sondern immer bei Leuten, die keine Antisemiten sind?
Von: gegenkritik am 12, August 2009
um 7:42
„Schon klar, Felicia Langer und Uri Avnery sind vermutlich die Ausnahmen, weil sie nicht wie die sonstigen “rassistischen Israelis” ein “araberfreies Palästina” anstreben.“
Das hast du gesagt, nicht ich. ein „araberfreies“ Palästina streben nur ein paar ultraorthodoxe Siedler an. Und das ist genausowenig hinzunehmen wie die Vision von Hamas-Seite, ein „judenfreies“ Israel herbeizubomben.
Alle Vorstellungen, die bestimmte Volksgruppen vertreiben wollen, sind falsch und gegen die Menschlichkeit gerichtet. Ganz egal, wer sie vertritt.
Und warum nennst du dich Gegenkritik, wenn du keine Kritik an deiner oft viel zu einseitigen Kritik verträgst? Es gibt auf dieser Welt nicht nur eine Wahrheit.
Von: dr.allesklar am 14, August 2009
um 3:53
Ja, die finsteren Ultraorthodoxen, die sich unverschämterweise Wohnungen in der Wüste bauen, sind mindestens ebenso furchtbar wie die Hamas-Nazis, welche Raketen auf eben diese Wohnungen schießen oder sich in Schulbussen in die Luft sprengen.
Man muss schon besonders viel PoMo-Müll („mehrere Wahrheiten“) im Kopf haben, um derlei Relativismus anzuhängen.
Von: gegenkritik am 15, August 2009
um 6:34
wenn du nichts gegen menschen hast, die sich wohnungen bauen – wie fändest du es denn, wenn umgekehrt palästinensische siedler anfingen, wohnungen in israel zu bauen? natürlich unter eigener verwaltung. würdest du dann auch für deren recht streiten, mit der begründung, das land dürfe nicht „araberrein“ gemacht werden?
aber das schaltest du natürlich nicht frei. wäre ja auch eine bedrohung deines vorgefertigten schwarz-weiß-weltbildes.
Israel ist nicht „araberrein“ – und die israelischen Araber campieren auch nicht in Zelten, sondern leben in Wohnungen. Insofern erübrigt sich die Frage. -gk
Von: dr.allesklar am 20, August 2009
um 11:12
Als äußerst deutlich empfand ich einen Kommentar eines Siedlers im Westjordanland, auf den Hinweis eines Reporters, dass das von ihm in Anspruch genommene Land im Katasteramt auf einen Palästinenser eingetragen ist:
„Ja, das kann sein. Wir aber haben unser eigenes Katasteramt – das größte der Welt – die Bibel! Und die hat dieses Land den Juden versprochen.“
Die gleichen Leute zeigen mit dem Finger auf die Fundamentalisten der anderen Seite. Bäh!
Gruß
Critic
Überall nur „Fundamentalisten“ am Werk – wenn doch die halsstarrigen Juden nur auf den großen Mediator „Critic“ hörten und endlich nicht mehr fundamentalistisch darauf beharrten, am Leben zu bleiben, der Nahostkonflikt wäre sofort beendet. -gk
Von: Critic am 31, August 2009
um 11:42
Werter Autor,
Bemerken die frenetischen Israelfreunde nicht, wie einseitig ihre Sichtweise ist? Warum sollten wir einen Siedlungsbau in Israel unterstützen, der den Konflikt nur weiter anheizt, statt ihn zu einem Ende zu führen?
Leider ist die Kultur von Diskussionen zum Nahost-Konflikt in den letzten Jahren immer mehr zerstört worden. Lager- und Frontenbildung sind ein muss. Wer keine uneingeschränkte pro-israelische Position vertritt, ist für euch (gegenkritik und co.) ein Antisemit! Ihr führt euch auf, wie die Speerspitze eines Kulturkampfes zwischen Orient und Okzident: Man schaue sich nur die Kampfflugzeuge im Titelbanner dies Blogs sowie seine militante, polemische Sprache an.
Wo bleibt da der offene Geist? Wo bleibt die kritische, politische Grundeinstellung? Ihr verliert euch in Dogmen und falschen Loyalitäten?
Wann hattet ihr eure letzte echte, neue Erkenntnis? Statt dessen gebt ihr euch mit ständiger, gegenseitiger Bestätigung eurer Vorurteile (gegen Araber, gegen Israelkritiker) zufrieden!
Erbärmlich!
Gruß
Critc
Das lustigste an Israelkritikern wie dir ist der larmoyante Tonfall, in dem angeblich eingeforderte „kritische Grundeinstellung“, „offener Geist“ und „Erkenntnis“ zum Zeugnis eigenen Blödheit verkommen. -gk
Von: Critic am 31, August 2009
um 11:56
@gegenkritik
Nachdem dies dein eigener Blog ist, sind die Kommentatoren deine Gäste. Und – sofern sie sich benehmen, verstehe ich nicht, warum sie gegen „dr.allesklar“ derart die Contenance verlieren und ihn mit völlig aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen konfrontieren!
Gruß
Critic
Werter „Critic/dr.allesklar“: wenn Antisemiten wie du auf diesem Blog zu Wort kommen, dann allenfalls zu Anschauungszwecken. Prinzipiell wird hier kein Wert darauf gelegt, mit deinesgleichen zu diskutieren. -gk
Von: Critic am 31, August 2009
um 5:03
Werter „Gegenkritik“,
Klarstellung: Ich habe keinen Kommentar unter dem Pseudonym „dr.allesklar“ geschrieben und ich bin definitiv auch kein Antisemit.
Ich bin mir aber inzwischen sicher, dass sie ihren Blogtitel als „Gegen (jede) Kritik“ interpretiert wissen wollen. Ihre Unfähigkeit mit Kritik umzugehen und das diktatorische Eingreifen in Kommentare auf ihre Veröffentlichung entlarvt Sie als einen dünnhäutigen Polemiker von der feinsten Sorte. Aber das hören Sie bestimmt ständig von linken, fahradfahrenden, grünen Antisemiten, wie ich es wohl für sie bin ;-)
Gruß
Critic
Nächstens einen Anonymizer verwenden, dann klappt’s auch mit den verschiedenen Pseudonymen. -gk
Von: Critic am 31, August 2009
um 7:57
Jetzt will ich es aber doch wissen: Welche meine politisch vollkommen korrekten Äußerungen ist ihnen „antisemitisch“ vorgekommen. Derartige Anschuldigungen sind unter Erwachsenen nämlich durchaus ernst zu nehmen. Also, was war’s?
Gruß
Critic
Wer von „Fundamentalisten auf beiden Seiten schwadroniert“ – also die wohnungsbauenden und die raketenschießenden/sprengstoffgürtelzündenden zum Zwecke der Verharmlosung des antisemitischen Furors gleichsetzt, hat sich hinreichend positioniert. -gk
Von: Critic am 31, August 2009
um 8:00
Guten Tag,
bei meiner Diplomarbeit besteht im Rahmen einer Umfrage zum Nahostkonflikt die Möglichkeit seiner Meinung eine Stimme zu geben. Da ich alle Ansichten berücksichtigen muss, ist es unvermeidbar, dass einige Fragen überaus provokant wirken müssen. Hierfür bitte ich um Ihr Verständnis. Der Link lautet:
http://ww3.unipark.de/uc/umfrage_nahostkonflikt/
Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Von: Diplomand am 31, August 2009
um 10:18
Handwerklich ist diese Umfrage sehr verbesserungswürdig: wenn etwa nach dem Verständnis für „Maßnahmen der Menschen im Krisengebiet“ gefragt und die Antwortoption „Bewaffneter Kampf gegen den Feind“ vorgegeben wird, dann lässt sich die Frage für jemanden, der die bewaffnete Verteidigung gegen vernichtungswütige Antisemiten für richtig erachtet, nicht beantworten, da ein „Stimme voll zu“ auch die Legitimation des Furors von Hamas etc. bedeutet.
Der Exkurs über „Gerechtigkeit“ wirkt komplett deplatziert und mehrere aus der Heitmeyer-Studie übernommene Fragen runden das schlechte Gesamtbild ab: wer den Punkt „Der Islam hat eine bewundernswerte Kultur hervorgebracht.“ verneint, weil ihm die Zumutungen des real existierenden Islam nicht als bewunderswert scheinen, ist laut Heitmeyer ein Rassist.
Ebenso schlecht formuliert: „Ich glaube, dass sich viele nicht trauen, ihre wirkliche Meinung über Juden zu sagen.“
Davon gehe ich in der Tat aus, weil allzu offen artikulierter Judenhass (noch) mit einem gesellschaftlichen Tabu belegt ist.
Schlußendlich: ein Umfragebogen zum Nahostkonflikt, der dessen zentrales Problem aus ideologischen Gründen nicht benennt, ist eine Ausfüllung nicht wert.
Von: gegenkritik am 1, September 2009
um 11:16